Rasensamen

 

Rasensamen ist nicht gleich Rasensamen: Jede Grassorte hat unterschiedliche Eigenschaften. Es gibt keinen Rasen, der allen Ansprüchen gleichermaßen genügt. Möchten Sie eine Rasenfläche im Schatten anlegen, brauchen Sie beispielsweise eine Rasensorte, die nicht zu schnell vermost. Ist Ihr Rasen besonderen mechanischen Beanspruchungen ausgesetzt (etwa durch das Spielen von Kindern), brauchen Sie einen Rasen, der solchen Beanspruchungen standhält.


Hände weg von Billig-Rasensamen!


Die Finger lassen sollte man von Billigmischungen, die vor allem in Baumärkten angeboten werden. Sie versprechen den Rasen zum halben Preis. Und tatsächlich:  Der neue Rasen wird schnell grün. Doch das böse Erwachen folgt spätestens im nächsten Jahr. Denn viele dieser Mischungen verwenden Grassorten, die eigentlich als Futtergras für Weidetiere gezüchtet worden sind und daher sehr schnell wachsen. Doch diese Rasensorten vertragen das wöchentliche Rasenmähen nicht. Direkt nach der Aussaat verdrängen sie die langsam wachsenden Rasengräser und am Ende des Sommers bleiben große Löcher in der Narbe zurück. Nun siedeln sich auch Wildkräuter wie Löwenzahn an, die kaum mehr aus der Rasenfläche zu verdrängen sind. Guter Rasensamen muss teuer sein. Rasensamen, der einen schönen Rasen schafft, ist zeitaufwendig und die Erträge sind wesentlich geringer als etwa bei Futtersorten.

 

Wie erkennt man guten Rasensamen?


Wer eine Qualitätsmischung kaufen will, sollte auf der Verpackung unbedingt auf die Bezeichnung RSM (Regelsaatgutmischung) achten. Eine Rasenmischung, die diese Bezeichnung trägt, wurde von unabhängigen Labors getestet und zwar nicht nur die einzelnen Grassorten, sondern die gesamte Mischung. Somit ist gewährleistet, dass sie auch tatsächlich für den gewünschten Nutzungszweck geeignet ist. Es werden 21 verschiedene Regelsaatgutmischungenunterschieden. Sie wurden für Ausschreibungen und öffentliche Bauvorhaben entwickelt und sind der einzige Qualitätsstandard für Rasensaatgut:


  • RSM 1.1 Zierrasen
  • RSM 2.1 Gebrauchsrasen Standard
  • RSM 2.2 Gebrauchsrasen Trockenlage
  • RSM 2.3 Gebrauchsrasen Spielrasen
  • RSM 2.4 Gebrauchsrasen Kräuterrasen
  • RSM 3.1 Sportrasen Neuanlage
  • RSM 3.2 Sportrasen Regeneration
  • RSM 4.1 Golfrasen Grün
  • RSM 4.2 Golfrasen Vorgrün
  • RSM 4.3 Golfrasen Abschlag
  • RSM 4.4 Golfrasen Spielbahnen
  • RSM 4.5 Golfrasen Halbrauhflächen
  • RSM 4.6 Golfrasen Verbindungswege
  • RSM 5.1 Parkplatzrasen
  • RSM 6.1 Extensive Dachbegrünung
  • RSM 7.1.1 Landschaftsrasen Standard ohne Kräuter
  • RSM 7.1.2 Landschaftsrasen Standard mit Kräutern
  • RSM 7.2.1 Landschaftsrasen Trockenlagen ohne Kräuter
  • RSM 7.2.2 Landschaftsrasen Trockenlagen mit Kräutern
  • RSM 7.3.1 Landschaftsrasen Feuchtlagen ohne Kräuter
  • RSM 7.4.1 Landschaftsrasen Halbschatten ohne Kräuter

Zunächst die Nutzung klären


Als erstes sollte sich der Gartenbesitzer über die gewünschte Nutzung im Klaren sein: Gute Rasenmischungen liefern im besten Fall genaue Angaben auf der Verpackung. Der Standard ist der gewöhnliche Gebrauchsrasen für eine sonnige Fläche. Wessen Rasen viel von Bäumen oder Häusern beschattet wird, sollte sich unbedingt für eine Schattenrasenmischung entscheiden. Wer den Rasen intensiver nutzt, sollte sich für spezielle Sport- und Spielrasenmischungen wählen. Soll der Rasen eher ein Schmuckstück werden, empfiehlt sich eine Zierrasenmischung.

Strapazier- und Sportrasen


Strapazier- und Sportrasen wird von Privatleuten weniger verwendet, da der Rasensamen recht teuer ist. Er wird eher bei Sportanlagen oder auch Kindergärten verwendet. Dieser Rasen muss starker Beanspruchung standhalten, damit nicht permanent nachgesät werden muss. Er ist aber der richtige Rasen, wenn Ihre Kinder auf dem Rasen Fußball spielen wollen oder die Rasenfläche ähnlichen Beanspruchungen ausgesetzt ist. Sie sollten hier nicht am falschen Ende sparen. Eine ständige Nachsaat wegen der Beanspruchung kommt oft teurer. Außerdem sieht ihr Rasen dann lange Zeit nicht schön aus. 


Sie sollten hier nicht am falschen Ende sparen. Eine ständige Nachsaat wegen der Beanspruchung kommt oft teurer. Außerdem sieht ihr Rasen dann lange Zeit nicht schön aus.


Sonnen- und Schattenrasen


Rasensamen, der sowohl für Sonnen- und Schattenflächen geeignet ist, ist für Privatleute oft eine gute Wahl. Oftmals liegt eine Rasenfläche nicht nur im Schatten oder nur in der Sonne. Es gibt Sonnenabschnitte und solche, die von Bäumen, Sträuchern oder Gebäuden beschattet werden. 

Zierrasen

 

Ohne stärkere Beanspruchung kann man bedenkenlos zu Rasensamen für Zierrasen greifen. Der Rasen ist dunkelgrün und hat einen dichten Wuchs. Er ist damit zu "Repräsentationszwecken" geeignet. Daher wird er auch oft als "englischer Rasen" bezeichnet. Um diesen schönen Anblick aufrecht zu erhalten, bedarf dieser Rasen einer regelmäßigen und intensiven Pflege - das Ergebnis lohnt sich aber.


Sonstiges Rasensamen


Daneben gibt es noch jede Menge weitere Rasensorten mit besonderen Eigenschaften. So gibt es langsam wachsende Sorten oder solche, die wenig Grasschnitt produzieren. Gerade wenn man eine größere Rasenfläche hat, sollte man sich schon genauer überlegen, wohin mit dem Rasenschnitt. Hier kann es von Vorteil sein, den Rasenabfall direkt durch den Einsatz eines besonderen Rasensamens zu vermeiden bzw. zu reduzieren.